Bei Software zahlt man einmal für die Einführung und dann für Lizenzen. Bei KI-Anwendungen ist das anders, und der Unterschied ist wirtschaftlich bedeutsam.

Die vier Kostenblöcke

1. Einführung

Analyse, Konzeption, Anbindung an bestehende Systeme, Test. Ein abgrenzbarer Projektposten, für den sich ein Festpreis vereinbaren lässt.

2. Nutzungsabhängige Kosten

Der entscheidende Unterschied. Jeder Aufruf eines Modells kostet, abgerechnet nach verarbeiteter Textmenge. Ein Assistent, den niemand nutzt, kostet fast nichts. Einer, der gut angenommen wird, kostet spürbar.

Das ist die unangenehme Eigenschaft dieser Projekte: Erfolg erhöht die laufenden Kosten. Wer mit dreißig Anfragen am Tag kalkuliert und dreihundert bekommt, hat ein schönes Problem mit einer Rechnung dahinter.

Was daraus folgt: vor der Entscheidung hochrechnen. Kosten je Vorgang mal erwartete Vorgänge mal zwölf Monate. Und einen Kostendeckel einrichten, der bei Überschreitung meldet.

3. Daten

Bei Anwendungen, die auf eigene Dokumente zugreifen, ist deren Aufbereitung oft der größte einmalige Posten – und der am schlechtesten geschätzte. Dokumente müssen auffindbar, aktuell und rechtemäßig zugeordnet sein.

Bei gepflegten Beständen ist das überschaubar. Bei über Jahre gewachsenen Ablagen mit vier Versionen desselben Dokuments wird es zur eigenen Aufgabe.

4. Betrieb und Überwachung

Wer prüft, ob das System noch sinnvoll antwortet? Modelle werden von ihren Anbietern aktualisiert, und was gestern funktionierte, kann heute anders ausfallen.

Für Anwendungen mit Kundenkontakt ist eine regelmäßige Stichprobe keine Kür. Sie gehört in den Vertrag, mit benanntem Turnus.

Die Rechnung, die vor der Entscheidung steht

Wie viel Arbeitszeit spart der Vorgang, wie oft kommt er vor, was kostet er in der Ausführung? Erst diese drei Zahlen ergeben eine Aussage.

Ein Anbieter, der mit Effizienzsteigerungen in Prozent arbeitet, ohne die Grundgesamtheit zu nennen, hat diese Rechnung nicht gemacht. Nachzufragen kostet nichts und klärt viel.