KI-Beratung ist ein junges Feld ohne Berufszugangsregeln. Niemand muss etwas nachweisen, um sich so zu nennen. Diese fünf Fragen filtern trotzdem zuverlässig.
1. Mit welchen Modellen arbeiten Sie – und warum diesen?
Die Antwort sollte eine Begründung enthalten, nicht nur Namen. Warum dieses Modell für diesen Anwendungsfall, welche Alternativen wurden erwogen, was spricht dagegen?
Wer immer dasselbe empfiehlt, unabhängig vom Vorhaben, hat eine Partnerschaft und keine Auswahl.
2. Wo werden die Daten verarbeitet?
Eine geordnete Antwort umfasst den Verarbeitungsort, die beteiligten Unterauftragnehmer und den Stand der Auftragsverarbeitungsverträge. Wer hier ins Schwimmen gerät, hat das Thema bislang umgangen.
3. Was gehört mir nach Projektende?
Zugänge zu den eingesetzten Diensten, die Konfiguration – Anweisungen, Einstellungen, Anbindungen – und die aufbereiteten Daten. Vor allem der letzte Punkt ist wertvoll: Die Aufbereitung des Dokumentenbestands ist meist der größte Aufwand und lässt sich auf andere Systeme übertragen.
Liegt beides beim Dienstleister, ist ein Wechsel gleichbedeutend mit einem Neuanfang.
4. Wo sind die Grenzen?
Die aufschlussreichste Frage. Ein Anbieter, der Grenzen von sich aus benennt – falsche Antworten, Kostenverlauf bei steigender Nutzung, Aufwand für die Datenpflege –, hat die Technik im Betrieb erlebt.
Wer stattdessen zusagt, das System werde keine falschen Angaben mehr machen, oder eine Nennung in KI-Antworten garantiert, verspricht Dinge, die niemand einlösen kann. Beides ist ein Ausschlusskriterium.
5. Was lässt sich nachprüfen?
In einem Feld, in dem fast alles hinter Kundenverträgen liegt, zählt, was öffentlich einsehbar ist: Fachbeiträge mit Autorenangabe und Datum, frei zugängliche Werkzeuge, dokumentierte Vorgehensweisen.
Nicht dazu zählen Angaben zu Projektzahlen, Zufriedenheitsquoten und Erfahrungsjahren auf der eigenen Startseite. Das sind Selbstauskünfte – üblich in der Branche, aber kein Nachweis, und in dieser Liste fließen sie deshalb bei keinem Anbieter in die Bewertung ein.
Der Einstieg, der sich bewährt
Ein klein geschnittenes erstes Vorhaben mit messbarem Ziel, statt einer Gesamtstrategie. Ein Anbieter, der von sich aus klein anfangen will, denkt an das Ergebnis. Einer, der mit einer Roadmap über achtzehn Monate einsteigt, denkt an die Auslastung.